Um der langweiligen
oberfränkischen Umgebung zu entfliehen, muß einmal wieder ein
Wochenendziel her, aber schnell! Ein günstiges Quartier findet sich
mithilfe des Internets am Gardasee – eigentlich ein ziemliches
Otto-Normalverbraucher-Ziel, doch war trotzdem noch keiner von uns
beiden da – also nichts wie hin!
Um die Kosten zu senken,
packen wir den kleinen Gaskocher ein, der mir schon beim Rad fahren so
manches kulinarisches Erlebnis ermöglicht hat, und gehen nochmal
ordentlich bei Aldi einkaufen.
Schnell sind wir an der
österreichischen „Grenze“. Für die Fahrt nach Italien entscheiden wir uns für die kostenlose
Brenner Bundesstraße. Kehren fahren macht ohnehin mehr Spaß und die Orte
entlang der Strecke sind schon sehenswert. Auch können wir immer wieder
anhalten, um die schönen Ausblicke entlang der Strecke zu genießen.
Nervig sind nur die vielen Österreichischen Dorfsherriffs, die an diesem
Nachmittag mal mit Kelle, mal mit Radargerät, an jede Ecke stehen.
Leider drängt die Zeit und wir müssen in Italien die Autobahn nehmen –
denn um 20 Uhr müssen wir unser Zimmer bezogen haben.
Am Gardasee haben sich schon viele Bayern
eingefunden. Vor denen hatten wir doch gerade die Flucht ergriffen! Egal, denn uns interessiert das Umland ohnehin mehr. Wir
schlängeln uns mit Aussicht auf den See und auf tolle hamburger
Nobelkarossen durch den nicht enden wollenden Stau am Seeufer, zweigen
in die Berge ab und sind schon bald fast allein auf der Straße. Immer
höher geht es über kleine Serpentinenstraßen in die Berge hinaus und
nach einiger Zeit erreichen wir geschlossene Skigebiete. Ein eiskalter
Bergbach bringt Erfrischung.
Plötzlich ist die Straße gesperrt – chiuso – da außer uns niemand in
Sicht ist, fahre ich einfach weiter und bleibe einige Kilometer weiter
im Schnee stecken. Ein lustiges Erlebnis, wenn man an die 27° im
Schatten am Seeufer denkt... Heckantrieb und Sommerreifen sind für die
matschigen Schneereste sicher nicht das Wahre. Wenigstens kennen wir nun
den Grund für die Schließung.
Rückwärts fahre ich aus dem Schnee heraus und wir machen uns auf den
Rückweg. Über viele nette Dörfer und das Partyzentrum im Norden des
Gardasees geht es zurück zu unserem netten Hotel.
Ein Besuch in Verona...
... darf natürlich nicht im Reiseplan fehlen. Die Stadt ist einfach zum
Wohlfühlen. Wir haben Glück, denn viele Geschäfte haben geöffnet und es
gibt einige Märkte mit kleinen Veranstaltungen am Rande. Durch Zufall
stoßen wir auf das Romeo und Julia Haus, dessen Wände überall beschmiert
sind. An den alten Schüttelbier hatten wir gar nicht gedacht. Schön, daß
wir es gefunden haben, aber ein Besuch im Museum ist bei dem schönen
Wetter absolut nichts für uns. Da gönnen wir uns lieber noch eine Runde
durch die Gassen und einen leckere Espresso.
Viel zu schnell müssen wir den Heimweg antreten – diesmal natürlich ohne
die häßliche und teure Autobahn. Nachdem wir nochmal den Autogastank
vollgepresst haben, geht es in die Berge. Auf dem Jaufenpass liegen noch
Schneereste und der Wind pfeift. Jede Menge Kurven sorgen für Fahrspaß –
auch wenn man in jeder Kehre merkt, daß der Mercedes eher für eine
gerade, deutsche Autobahn konzipiert ist.
Den vergleichsweise harmlosen Brenner lassen wir schnell hinter uns, um
in Innsbruck noch etwas durch die Stadt zu spazieren – die baldige
Fußball EM ist allgegenwärtig.
Spät am Abend kommen wir zu Hause an.