Abfahrt:
Losgehen sollte es an einem kalten Morgen um Punkt
4 Uhr, doch machten uns einige technische Unpäßlichkeiten einen Strich
durch die Rechnung. Die Wohnwagengardinen waren bei der zweiten Wäsche
eingegangen und nun unbrauchbar, das PKW Ladekabel vom Navi gab spontan
seinen Geist auf. Um 5 Uhr nachmittags waren dann neue Gardinen
geschneidert, das Navi hing an einer improvisierten Ladevorrichtung und
alles andere hatte einen Platz gefunden. Die Rückbank lag voll mit
Reservereifen, der Kofferraum sollte als Ablage für sperrige Dinge
dienen, die wir im Wohnwagen gerade nicht benötigen.
Vor der Abfahrt gönnten wir uns noch einen Döner, quetschten das Gespann
durch enge Wohnstraßen und fuhren auf die Autobahn. Mit voll beladenem
Hänger merken wir jede Steigung deutlich, ich quäle das Auto wohl etwas
zu sehr und lande bei einem Verbrauch von etwa 15 Litern Autogas pro
100km und nehme mir vor, den Gasfuß fortan etwas ruhiger zu halten.
Spät abends parken wir auf einem Rastplatz bei Freiburg und verbringen
die allererste Nacht in unserem Reisehäuschen. Bei Temperaturen um den
Gefrierpunkt ist die Nacht leider nicht gerade angenehm. Die
unisolierten Wände sind am nächsten Morgen klatschnaß und uns ordentlich
kalt.
Weiter geht es über die französische Grenze, dann durch viele hübsche
kleine Dörfer im Elsaß. Die Mautprellerei kostet zwar jede Menge Zeit,
doch ist der Anreiseweg fester Bestandteil der Reise, den es ebenso
auszukosten gilt. Bei Clermont-Ferrand steuern wir einen Rastplatz an
und verbringen eine schon etwas wärmere Nacht.
Nach dem Frühstück mit frischem Baguette geht es weiter und wir freuen
uns, nicht schon am Abend weitergefahren zu sein. Die Landschaft ist
toll und sie zu verpassen wäre schade gewesen, denn die in
Clermont-Ferrand beginnende kostenlose A75 führt direkt über das Massif
Central und wir genießen die Aussicht. Auf längeren Gefällstrecken reize
ich die in Frankreich zulässigen 130 km/h aus – der Hänger bleibt auch
bei dieser Geschwindigkeit sicher in der Spur.
Nahe der Mittelmeerküste fahren wir unter dem strengen Blicken der sich
sonnenden Polizisten nach Spanien hinein. Leider kommen wir nicht um
noch eine Zwischenübernachtung herum, denn die Augen fallen einfach zu.
Von der Landschaft in Zentralspanien sind wir enttäuscht, sie ist
eintönig und farblos, umso angenehmer wird die spätere Fahrt durch die
andalusischen Berge. Vor dem mehrfach empfohlenen Ticketbüro in
Algeciras, das schon in unmittelbarer Nähe des Hafens liegt, verbringen
wir eine zweite spanische Nacht. Am nächsten Morgen ist das Ticket
schnell gekauft, im Hafen werden wir sofort auf das Schiff gelotst und
setzen nach Ceuta über.
Die spanische Exclave Ceuta ist ein Zipfel Spanien auf dem afrikanischen
Kontinent. Die engen Straßen der Stadt platzen aus allen Nähten, der
erhebliche Anteil von Marokkanern ist unübersehbar. Nach dem zollfreien
Tanken und Einkaufen fahren wir zügig zur Grenze. An den
Formularverkäufern fahren wir vorbei, ebenso an der spanischen
Paßkontrolle, die nicht besetzt ist.
Auf Marokkanischer Seite werden wir in die Spur der sperrigen Vehikel
gewunken und ich habe sofort einen Schlepper am Hals, der zu allem
Überfluß auch noch fließend deutsch spricht, es ist gar nicht so leicht,
ihn loszuwerden.
Von Natur aus faul, stelle ich mich an dem Schalter mit der kleinsten
Schlange an. Leider ist es der Schalter für die Autoregistrierung, für
die man einen bereits gestempelten Paß benötigt. Also auf zur
Paßkontrolle, wo schon wieder der Schlepper nervt. Seine Beteuerungen,
er sei doch offiziell und alle Dienste seien kostenlos überzeugen mich
nicht. Als der zuvor noch sehr nette Polizist ihn anbrüllt, sehe ich
mich endgültig bestätigt. Eine Weisheit gibt er mir aber auf dem Weg:
„Junge, du bist nun in Afrika, schalt doch mal nen Gang runter!“
Beim Zoll werden wir durchgewunken, noch eine letzte Kontrolle – alle
Papiere sind komplett und wir rollen nach Marokko ein. Kurz vor Tetouan
lassen wir uns auf dem Campingplatz in Martil nieder.
Am Abend räumt sich schon das erste Vorurteil aus.
Wir spazieren nahezu komplett unbehelligt durch das Ortszentrum. Keine
agressiven Händler. Stattdessen freundliche Gesichter.
Die Stadt Tetouan gefällt nicht besonders und nach einem Spaziergang
fahren wir entlang der Küstenstraße Richtung Osten. Die bergige Küste
ist sattgrün, das Wetter regnerisch. So stellen die meisten sich
Nordafrika wohl wirklich nicht vor, doch bietet Marokko eine riesige
landschaftliche Vielfalt und besteht nicht nur aus Sanddünen.
Weiter geht es durch die grünen Berge nach Chefchaouen. Je weiter wir
durch die Berge fahren, desto besser wird das Wetter und wir erreichen
unser Etappenziel bei Sonnenschein.
Die blaue Stadt ist hübsch inmitten von Bergen gelegen, von der
Hauptstraße führt eine lange Steigung zur Stadt hinauf, vor der ich
zuvor gewarnt wurde. Es war von einer verschmorenden Kupplung und dem
Liegenbleiben an der Steigung die Rede. Eine Belastung war sie schon,
doch zieht unser Gespann, vorbei an kriechenden Lastwagen, im 2. Gang
kontinuierlich den Berg hoch.
Auf dem Campingplatz treffen Extreme aufeinander – einerseits spießige,
meist französische, Senioren mit ihren riesigen, nagelneuen
Campingmobilen, die sie mehr putzen als fahren. Andererseits Hippies,
die sich offensichtlich in der Zeit geirrt haben und sicher nicht ohne
Grund in einem Drogenanbaugebiet Urlaub machen. Sie sind allesamt mit
sehr alten, heruntergekommenen Fahrzeugen unterwegs, scheinen es mit der
Hygiene nicht so genau zu nehmen und haben jeder mindestens 2 Hunde
dabei – oft unsagbar häßliche und ungepflegte Viecher, die
wahrscheinlich einer Nordafrikanischen Müllhalde entstammen. Natürlich
sind sie nicht angeleint, ständig kläfft es und man muß bei jedem Gang
auf der Hut vor Tretminen sein, wenn einmal wieder zwei der Tiere
aufeinander losgehen, ist das Geschrei jedesmal groß. Diese Viecher, wir
sollte sie noch an anderen Orten treffen, bleiben das einzige wirkliche
Ärgernis der Tour. Die Fahrzeuge geben mir ebenfalls zu denken – warum
investiert jemand in ein halbes Wrack, das augenscheinlich ständig
Reparaturen nötig hat, auf Autobahnen und Fähren überall als Lastwagen
zählt und dazu noch ein Dieselloch ohne Boden ist? Komfortverzicht um
des Verzichtens Willen hat wohl auch seinen Preis.
Chefchaouen ist inmitten von hohen Bergen gelegen.
Viele Häuser sind in der für die Stadt typischen blauen Farbe
angestrichen. Das Publikum in der Stadt ist bunt gemischt – Touristen
jeder Art neben Einheimischen. Auch hier bleiben wir von gefährlichen
Schleppern verschont. Nach vielen Warnungen vor ebendiesen Leuten fragen
wir uns bereits, ob wir wirklich in Marokko sind, oder uns vielleicht
doch verfahren haben. Mit den wenigen, die einen ansprechen ergibt sich
manchmal sogar ein lustiges Gespräch. Interessant ist allein schon die
Warenpalette mancher Männer. Einer meint zuerst, ich solle doch in sein
Restaurant kommen, dann wird ein Gästezimmer im schönsten Hotel der
Stadt angeboten, da ich beides nicht möchte, erzählt er nach kurzer
Zeit, daß er auch mit Autos handelt und für meinen Mercedes sicher einen
guten Preis zahlen könnte. Da ich mein Auto nicht verkaufen möchte
bietet er mir Haschisch von allererster Qualität an, das angeblich auch
nach Amsterdam exportiert wird. Am Ende wünschen wir uns noch einen
schönen Tag.
Am nächsten Tag starten wir einen Ausflug zu einem Bergpaß im
Rif-Gebirge entlang der Straße Richtung Ketama. Stetig geht es bergauf,
hin und wieder durchfahren wir einen Ort oder kommen an einer
Polizeikontrolle vorbei. Die Landschaft ist wunderschön grün und
abwechslungsreich, hinter jeder Kehre tut sich ein neues Panorama auf.
Die Orte versuchen wir immer schnellstens hinter uns zu lassen, sie sind
dreckig und chaotisch.
Fast jeder Bewohner der Region scheint im Drogengeschäft zu stecken.
Ständig winken Leute von Straßenrand und halten die zwei
„Zigarettenfinger“ an den Mund. Ich kann mir beim besten Willen nicht
vorstellen, daß all diese Männer nur eine Zigarette von mir schnorren
wollen.
Später überholt uns ein Auto mit zwei Männern, die uns zum Anhalten
auffordern. Als ich einfach weiter fahre, wird ein riesiger Haschklumpen
aus dem Fenster gehalten und weiter gewunken. Seine Versuche mich
auszubremsen sind nicht sonderlich penetrant. An einer Haltebucht gehe
ich vom Gas, brause ihm dann mit Vollgas davon. Armer Kerl, muß seinen
Lebensunterhalt mit Drogen verdienen und ist leider zu blöd sie zu
verkaufen.
Obgleich die Situation in früheren Zeiten wesentlich unangenehmer und
gefährlicher war, ist diese Gegend selbst dem Auswärtigen Amt noch einen
Vermerk auf der Website wert. Anscheinend kommt es doch noch hin und
wieder zu Zwischenfällen.
Auf dem Weg zur Paßhöhe kommen wir an mehreren Felsrutschen vorbei,
einer davon hat eine regelrechte Schneise in ein Dorf gerissen.
Die Aussicht von der Paßhöhe ist schön, danach genießen wir die tolle
Strecke noch einmal aus der anderen Richtung und lassen den Tag
gemütlich im Zentrum von Chefchaouen ausklingen.
Als wir vor der Abfahrt nach Fes noch einmal
volltanken, interessiert sich jemand für den Wohnwagen. Zu gern würde er
mich zur spanischen Grenze begleiten, mir einen guten Preis zahlen und
ihn dann auf eigenen Namen wieder nach Marokko bringen. Leider habe ich
selbst gerade erst richtig gefallen an dem Wägelchen gefunden und schon
Ideen für die weitere Verbesserung.
Faul von Natur aus, haben wir uns wieder nur eine
verhältnismäßig kurze Strecke vorgenommen und rollen gemütlich mit
gemütlichen Stopps durch die schöne Landschaft nach Fes. Auf der
Einfallstraße entdecke ich tatsächlich einen Starenkasten. Gerade denke
ich daran, ordentlich Gas zu geben, nur um zu testen, ob der Strafzettel
auch nach Deutschland geschickt wird, da sehe ich eine rote Kelle – „Attention
à la vitesse! Soixante km ... soixante dix!“ Oh, da war ich wohl schon
ohne extra Gasgeben zu schnell. « Es tut mir leid, ich kann kein Wort
Arabisch » Nach ein paar Sätzen auf Deutsch läßt er uns mit der erneuten
Mahnung « Attention à la vitesse“ fahren. „Ja dir auch noch einen
schönen Tag! Und immer schön auf die Tube drücken!“ Da haben wir noch
mal Glück gehabt.
Nachdem wir eine unfreiwillige runde um die ganze Stadt gedreht haben,
finden wir den schönen Campingplatz, gehen später einkaufen und kochen
etwas Schönes. Für den nächsten Tag haben wir einen Führer reserviert.
Ali steht morgens pünktlich auf der Matte, spricht
hervorragend Deutsch und wir fahren gemeinsam in die Stadt. Die
verwinkelte Medina von Fes ist angeblich ohne ortskundige Beratung kaum
zu besichtigen. An diesem Gerücht ist schon etwas dran – die belebten
Sträßchen sind so eng, daß Waren auf den Schultern von Eseln und Trägern
transportiert werden. Durch manche Gassen passen selbst die Eselchen
nicht durch.
Wir beginnen die Tour mit einem Tee, als ich noch etwas aus dem Auto
hole, knirscht es plötzlich. Ein Einheimischer hat seine
Anhängerkupplung vergessen und sie in mein vorderes Nummernschild
gedrückt. „I’m sorry. That was a welcome kiss“ ist der Kommentar des
Fahrers, wenigstens ist nichts kaputt und Spaß ist, wenn man trotzdem
lacht.
Wir machen einen schönen Spaziergang durch die Stadt. Solange der Führer
in unserer Nähe ist, spricht uns von den ohnehin nicht sehr zahlreichen
Schleppern kein einziger an, auch ein Vorteil. Wir sehen verschiedene
Handwerke und bei der Gelegenheit die ganzen schönen Häuser auch mal von
innen. Wir lassen den Tag in einem netten Restaurant mit Blick über die
Medina ausklingen.
Die Landstraße in Richtung Süden steigt stetig an. Aus erwähnter
Faulheit habe ich in Fes keine Tankstelle aufgesucht. Als mir der fünfte
Tankwart offenbart, daß er nur Diesel verkauft, beginne ich mir Sorgen
zu machen. In dem kleinen aber feinen Ski- und Luftkurort Ifrane finden
wir zum Glück eine moderne Tankstelle mit allen Sorten.
Der Ort hat etwas von einem europäischen Bergdorf, es ist kühl,
blitzblank und an jeder Ecke hat es ein Restaurant oder Café.
Durch Zufall stoßen wir auf die höchste Zeder Marokkos, die in einem
Naturpark steht. Spannender sind allerdings die zahlreichen Affen, die
sich über kleine Leckerbissen freuen und es sich auf Auto und Wohnwagen
bequem machen. In den Bergen liegt noch Schnee, die Skisaison ist aber
offensichtlich schon vorbei. An manchen Stellen schwappt etwas Tauwasser
auf die Straße. In einem Ort hält uns eine Polizeikontrolle an. Wir
werden gefragt, ob wir an einer Rallye teilnehmen. Will der Dorfsherriff
uns verschaukeln und will gleich Geld wegen zu schnellen Fahrens? Nein!
Kurz darauf überholen uns einige Autos, die tatsächlich Rallyeaufschrift
tragen.
Die Landschaft wird zunehmend trostloser, brauner
Stein bestimmt das Bild, Orte werden seltener. In Midelt fahren wir den
Campingplatz an. Dieser wird gerade saniert und die Badehäuschen sind
noch nicht fertig. Dafür ist er billig und der Platzwart sehr nett und
engagiert – nachts schleicht er auf dem Platz herum und paßt auf.
Die Fahrt nach Erg Chebbi ist eine Sackgasse, fährt man die neue
Asphaltstraße weiter, stößt man nach wenige Kilometer weiter auf die
algerische Grenze, die leider schon seit Jahren geschlossen ist. Es
bleibt nur zu hoffen, daß dieses Land, von dem viele schwärmen, einmal
schrankenlos zu bereisen sein wird.
Die Straße führt entlang eines grünen Flußtals, das sich wie eine
unendlich lange Oase durch die Wüste zieht. Da dies mittlerweile auch
eine beliebte Touristenstrecke ist, gibt es hier auch einige, die es auf
Touristen abgesehen haben. Am lustigsten waren die Männer, die sich ein
blaues Gewand überwerfen sobald ein Tourist des Weges kommt um sich
damit als echte Wüstensöhne auszugeben. Ihre Begrüßungsphrasen wie „Hello
friend! Speak Berber?“ Sind ebenso unterhaltsam wie das hastige
überwerfen ihrer Verkleidung.Auch an den Tankstellen wird man in dieser
Gegend meist angesprochen. Meist werden überteuerte Versteinerungen oder
Dienste als Führer angeboten.
Das Geschäft mit den inoffiziellen Führern scheint in Marokko immer noch
zu blühen, obgleich es von der Polizei verfolgt wird. Wir kommen an
einigen übermalten Straßenschildern vorbei, bei anderen fehlt das
französischsprachige Schild ganz. Wir finden unseren Weg trotzdem, nicht
zuletzt, da manche Schilder durch das Graffiti noch deutlicher werden,
denn der unkenntlich gemachte Ort muß ja touristisch interessant sein,
sonst wäre er kaum durchgestrichen. So kann man es sich schon denken, wo
man langfahren soll.
Die letzten Kilometer zu den weltberühmten
Sanddünen führen über eine Piste, die von den Betreibern der Logements
idiotensicher markiert wurde. Das Auto rattert über das Wellblech, der
Hänger schleudert und schwankt hinterher.
Den Abend verbringen wir entspannt in den Dünen und bleiben, bis es uns
zu kalt wird. Außer uns sind noch einige Touris mit dem Taxi angereist.
Auf die Teilnahme an der Kamelsafari mit Folklore und Lagerfeuer in der
Wüste verzichten wir gern. Obgleich die Herberge mit ihrer
Campingmöglichkeit im Innenhof eigentlich sehr schön ist, verderben die
Betreiber alles. Das Bad wurde schon seit längerer Zeit nicht geputzt,
die Toilette ist unbeleuchtet, sodaß viele Leute Zielprobleme hatten.
Das Personal sitzt herum und gafft nach den europäischen Frauen. Nepp,
schlimmer als in Ägypten – nichts wie weg! Am nächsten Morgen rattern
sich die Diesel der alten Mercedes Taxen über eine Stunde lang warm.
Wenigstens verschlafen wir deshalb nicht.
Für die Weiterfahrt nehmen wir eine
Verbindungsstrecke mitten durch die Wüste. In unserem Reiseführer wird
vor Schlaglöchern, Sandverwehungen und Flußdurchfahrten gewarnt. Die
Straße ist jedoch überraschend gut und die Furten leer. Für die nächsten
Stunden kommt etwas Wüstenfeeling für Anfänger auf. Während Stefanie
sich über die eintönige Landschaft beschwert, sprudle ich vor
Begeisterung.
In der Dadesschlucht finden wir einen kleinen Campingplatz mit
interessanter Lage. Vom Wohnwagen aus hat man blick auf den
Affenfußfelsen und eine Aussichtsplattform, auf der annähernd alle
Ausflügler halten. Das Gewühle der meist eilig durchgeschleusten
Pauschaltouristen ist ein bißchen wie Kino.
Am nächsten Tag starten wir in aller Ruhe eine Tour
durch die Schlucht. Wie weit wir kommen ist ungewiß, doch selbst die
ersten Kilometer sind absolut sehenswert. An einer Stelle ist die Straße
überspült. Wir sind ratlos, ob wir eine Durchfahrt riskieren sollen.
Eine französische Reisegruppe und ein holländischer Radfahrer kommen des
Wegs. Der Holländer verliert bei der Durchfahrt eine Tasche, die
Franzosen pfeifen und fotografieren. Ehe der arme Kerl seine Ausrüstung
verliert, ziehe ich mir die Schuhe aus und renne ins Wasser.
Wahrscheinlich wird die Aktion bald in einigen französischen Wohnzimmern
zu sehen sein. Da ich nicht einmal bis zu Knie im Wasser stehe, traue
ich dem Auto die Durchfahrt nun durchaus zu. Die Luft wird oberhalb der
Stoßstange angesaugt, die Türgummis sollten das Wasser zurückhalten,
solange ich nicht im Wasser anhalte. Die Durchfahrt klappt hervorragend,
nur einer der schaulustigen Franzosen geht nicht schnell genug zur Seite
und bekommt eine Ganzkörperdusche.
Die weitere Strecke ist wesentlich einsamer, an vielen Stellen ist die
Straße beschädigt, manchmal nur sehr schmal oder im Zickzack zu
befahren. Die Aussichten sind so schön, daß man eigentlich mehrmals hin
und her fahren könnte. An einer Ecke bietet ein Mann mit seinem Sohn
Versteinerungen an, an denen noch Erde klebt. Wahrscheinlich hat er sie
wirklich selbst gesammelt. Nach den Geschäftlichen bittet er noch um
Trinkwasser.
Am Ende der Asphaltstraße hinter einem Dorf kehren wir um und verbringen
den Rest des Tages im Ort.
Zwischen uns und Marrakech liegt der hohe Atlas,
genauer gesagt, der Tizni-n-Test, einer der höchsten Pässe und
gleichzeitig eine der Hauptsehenswürdigkeiten für den Normaltouristen.
Eine schmale Serpentinenstraße schlängelt sich von der kargen Ebene auf
eine Höhe von über 2000 Meter. Vor der Auffahrt ist noch eine
Schneebarriere, denn die Straße ist im Winter oft völlig verschneit und
geschlossen. Zusehends wird es grüner und kälter. Wir genießen die
Aussicht, während uns einige Land Rover mit Touristen an Bord überholen.
Wie die wahnsinnigen heizen die Fahrer um die Kurven, der oft gehörte
Ratschlag, ein einheimischer Fahrer sei sicherer, klingt hier regelrecht
satirisch.
Während sich die Wohnmobile ziemlich quälen, kommen wir mit unserem
angeblich für Marokko ungeeigneten Vehikel stetig den Berg hoch und
erreichen schließlich die Paßhöhe, wo wir uns an 4° und Schneeregen
erfreuen können. Ein kurzes Foto ist drin, da ist die Ruhe auch schon
durch die zahlreichen Händler gestört. Fast jeder in dieser Gegend
scheint mit garantiert echten Edelsteinen zu handeln. Mutter Natur hat
dieses Steinen die perfekte Form und Größe für den Verkauf an dieser
Straße gegeben. Plasteglanz inklusive.
An einer Kehre steht ein einheimischer Mercedes mit offener Motorhaube,
der Fahrer winkt uns zu, um dann weiter mit einem Händler zu palavern.
Eigentlich hätte man sich mal den Spaß machen können, und sich auf
diesen billigen Trick einlassen können, doch wir sind mit dem Begaffen
der Landschaft schon gut ausgelastet.
Unten angekommen sieht es ganz anders aus als auf der Südseite. Alles
ist grün, es scheint wesentlich mehr Menschen zu geben und mit fast 30°
haben wir es wieder vergleichsweise warm.
Der Weg zum Campingplatz ist eigentlich sehr leicht zu finden, doch
führt Edith Kohlbachs Beschreibung uns hier ziemlich in die Irre.
Marrakech ist eine pulsierende, für Marokko moderne
Stadt. Die Einkaufszentren hier stellen die meisten deutschen Märkte
glatt in den Schatten. Wir vermissen einzig gute Wurst- und Käsewaren,
doch gibt es genug andere schöne Sachen, wie zum Beispiel Oliven als
Kiloware, statt in winzigen Schälchen, wie zu Hause.
Die Stadt ist zwar schön und der große Gauklerplatz im Zentrum ein
echtes Erlebnis, doch können wir den Hype, der um diesen Ort gemacht
wird, nicht recht verstehen. Die meistbesuchte Stadt Marokkos – ob es am
Mythos vergangener Tage oder an der entspannten Atmosphäre liegt? Auf
jeden Fall ein guter Ort um Zeit zu verbringen und zu entspannen. Die
Rückreise wird anstrengend.
Von Marrakech nehmen wir die gähnend leere Autobahn
Richtung Norden. Die Gebühr schmeckt zwar nicht, doch ist der schöne
Asphalt einfach eine Wohltat. Vorbei an Casablanca und Rabat fahren wir
die längste Etappe innerhalb Marokkos bis zum Übernachtungsplatz bei
Larache. Das Besondere an diesem Platz ist, daß er nichts kostet. Er
wurde von einer Fährgesellschaft für Reisende eingerichtet. Der Ort ist
etwas chaotisch und gleicht einer riesigen Baustelle. Wir verbringen den
Abend lieber bei Kerzenschein im Wohnwagen.
Am nächsten Morgen spricht mich unser Nachbar an,
der sich als Mann aus „Oberpfalz, Bayern“ vorstellt. Kaum hat er seine
Freude darüber ausgedrückt, endlich einmal wieder deutsch sprechen zu
können (es standen außerdem ja nur 5 oder 6 deutsche Camper auf dem
Hof!) fängt er auch schon typisch nordbayerisch an, sich zu beschweren.
Der Aufenthalt war „furchbar“ es war so kalt und auch sonst hat es ihm
gar nicht gefallen. Wir fahren weiter und genießen an der Promenade von
Asilah den strahlenden Sonnenschein, schlendern durch den Ort und lachen
über den Bayern, der jetzt wahrscheinlich weint weil ihm zu warm ist.
Die nördliche Küstengegend ist offensichtlich spanisch geprägt, auch die
spanische Sprache weiter verbreitet als die französische. Dies liegt
wohl an den vielen spanischen Ausflüglern, aber wohl auch daran, daß die
Gegend früher spanisches Protektorat war.
In Tanger beziehen wir einen Campingplatz, der alle
negativ Rekorde der Reise aufstellt.
Die Stadt selbst überrascht, vom chaotischen Verkehr mal abgesehen,
positiv. Ich hatte sie von einem Tagesausflug als dreckig, uninteressant
und voller nervender Händler und Schlepper in Erinnerung. Dies alles hat
sich sehr zum positiven verändert, selbst am Hafen hat man weitestgehend
seine Ruhe vor Grenzhelfern und Ticketverkäufern. Es gibt eine schöne
Promenade, wo wir uns erstmal einen riesigen Berg Fisch servieren
lassen, und eine vergleichsweise gepflegte Altstadt. Während wir am
Hafen sitzen, rollen deutsche Lastwagen von der Fähre. Weit kann die
Heimat also nicht sein.
Aber Moment! Als eine Gruppe Ausflügler des Weges kommt, kommen auch die
Händler wieder aus ihren Löchern.
Auf dem Weg nach Ceuta zuckeln wir die Küstenstraße
mit Blick auf Europa entlang. Kurz vor der Grenze kann man den Zaun
sehen, den Spanien zum Schutz vor Flüchtlingen gebaut hat. Der Druck auf
den kleinen spanischen Zipfel ist enorm. Als ich die Grenzschlepper zu
ende ignoriert habe, steige ich aus und erledige den Papierkram, was
wieder sehr zügig geht. Vom Zoll werden Auto und Wohni noch nach
Hohlräumen abgeklopft. In Ceuta fahren wir natülich tanken und begeben
uns zügig zum Hafen, die nächste Fähre steht schon bereit. Noch eine
Personenkontrolle und ein Drogenhund, den ich zu meiner größten
Erleichterung nicht in den Wohnwagen lassen muß, schon stehen wir auf
der Fähre nach Europa.
Bei der Abfahrt von der Fähre geht ein junger Marokkaner mit
französischem Auto auf Kollisionskurs. Ich hupe, er lehnt sich aus dem
Fenster und beschimpft mich so laut, daß ich ihn durch die geschlossene
Scheibe noch gut verstehen kann. Wie oft habe ich und haben mich in
Marokko Leute angehupt, keiner regte sich auch nur eine Sekunde darüber
auf. Es schien ein ganz normales Positionssignal zu sein. Aber wir sind
zurück in Europa, da muß man wohl schimpfen, wo man nur kann, besonders
als arabischer Angry-Young-Man.
Im Einkaufszentrum von Algeciras tummeln sich
wieder viele Marokkofahrer. Nach dem Mittagessen und einer kleinen
Schlafpause, nehmen wir die Heimfahrt in Angriff, eine gute Stunde
später trete ich den Benz die andalusischen Berge hinauf, mehr als
60km/h sind nicht möglich. Der folgende Verkehr drängelt. Für Europa
scheint mein Auto zu schwach zu sein.
Zwischen Frankreich und Spanien machen wir noch eine Abstecher nach
Andorra, ein Land wie ein riesiger Supermarkt. Auf den verschneiten
Pyrenäenstraßen mögen wir nicht einmal aussteigen - auf die europäische
Kälte hatten wir uns nicht gefreut.
Auf der schönen französischen A75 gibt es noch einen Zwischenfall: Die
vordere Scheibe vom Wohnwagen wurde vom Fahrtwind aus dem Rahmen
gedrückt. Ich klebe sie mit Panzertape wieder fest und die Konstruktion
hält die restliche Rückfahrt aus.
Zwei kühle Nächte später erreichen wir spät nachts Nürnberg, bekommen
von Christian gleich einen Bäcker gezeigt und ein Bier hingestellt und
fahren erst am Nächsten Abend weiter. Zwischendurch gibt es noch einen
Kaffee bei bayreuther Freunden, bevor wir wieder zu Hause sind.
Praktisches:
Anhänger:
Entgegen aller Bedenken wurde
die Fahrt mit dem Wohnwagen in Marokko erst richtig angenehm. Der
Verkehr fließt insgesamt langsamer als in Europa und dem Fahrzeug wird
nur an den Bergpässen einiges abverlangt. Wir waren immer noch deutlich
schneller als viele Lastwagen und überholten diese oft auch bergauf.
Die
Kreisverkehre in Frankreich uns Spanien waren auch kein Problem. Meist
zeigte sie mir das Navi rechtzeitig an, sodaß ich vorher vom Gas gehen
konnte und die energievernichtende Bremsung kurz vorher sparte. Wenn die
Wohnwageneinrichtung gut befestigt ist, kann man viele auch ganz ohne
Drosselung durchfahren.
Anreise:
Die Strecke von Dresden zum
Fährhafen Algeciras ist ca. 3000km lang. In Frankreich und Spanien
fallen pro Strecke ca. 100€ Mautgebühren an, wenn man die Autobahnen
benutzt.
Es ist jedoch mit etwas Geduld problemlos möglich, diese über kostenlose
Land- und Schnellstraßen zu umfahren. Kostenpflichtige
Streckenabschnitte sind im Regelfall deutlich ausgeschildert.
Die französische A75 ist komplett kostenlos.
In Spanien kann man fast durchgehend auf den staatlich finanzierten
kostenlosen Autovias fahren.
Lediglich in Südfrankreich und um Barcelona sahen wir keine sinnvolle
Alternative zu den kostenpflichtigen Autobahnen.
Übernachtungsmöglichkeiten gibt
es reichlich am Wegesrand. Besonders gut geeignet sind die
hervorragenden Rasthöfe an den Autobahnen, doch auch sonst finden sich
genug Parkplätze – zum Beispiel Truck Stops.
An den Rasthöfen gibt es meist ganz ordentliche Sanitäranlagen mit
Duschen, Shop und Restaurant.
Es gibt auch die
Möglichkeit, sich bereits in Frankreich oder Italien einzuschiffen. Ob
dies dem Landweg vorzuziehen ist, muß jeder selbst wissen.
Camping:
Campingplätze gibt es fast
überall. Deren Zustand variiert stark.
Wildes
Übernachten bietet sich wohl nur in abgelegenen Gegenden an, da die
Plätze nicht teuer sind.
Einkaufen:
Dorfläden gibt es in jedem Ort,
manchmal muß man sie etwas suchen.
Auf Märkten gibt es frisches, günstiges Obst und Gemüse.
In größeren Städten gibt es riesige Supermärkte, in denen es wirklich
alles gibt. Sie sind etwas teurer als der Basar, dafür sehr sauber,
komfortabel und freundlich.
Importwaren
sind deutlich teurer als in Europa.
Einreise:
Es genügt der Reisepaß sowie
nationaler Führerschein und nationale Fahrzeugpapiere. Ein Carnet ist
nicht erforderlich.
Reist man mit einem auf eine andere Person zugelassenen Auto, ist eine
Vollmacht erforderlich. Sie wurde bei der Einreise verlangt, das vom
ADAC ausgefüllte und gestempelte Formular anstandslos akzeptiert.
An der Grenze wird man in eine Spur gewiesen. Für die Erledigung der
Formalitäten muß man aussteigen.
Auf dem Abfertigungsgelände treiben sich Männer rum, die Formulare
verkaufen oder bei den Formalitäten helfen wollen. Auf deren Dienste ist
man definitiv nicht angewiesen. Wenn man die Formulare nicht bereits
hat, zum Beispiel aus dem Ticketbüro, gibt es diese kostenlos bei den
Grenzbeamten. Auch die Abfertigung ist kostenlos.
Zuerst muß einer mit den Reisepässen zur Paßkontrolle gehen, es genügt,
wenn einer alle Pässe hinträgt.
Man bekommt einen Einreisestempel und eine Identifikationsnummer in den
Paß. Die Nummer muß gut leserlich sein. Man braucht sie unter anderem
bei der Übernachtung.
Danach kann man zum KFZ Schalter gehen und das Fahrzeug registrieren
lassen. Das Formular kann man Online ausfüllen.
http://www.douane.gov.ma/Edouane/DMCV/AT/Formulaire_AT.asp
Es sind drei Exemplare
notwendig. Je eines wird bei der Ein- und Ausreise einbehalten, das
dritte ist die Quittung für den Fahrer.
Hat man das Fahrzeug angemeldet, darf man das Land nur damit wieder
verlassen. Das Fahrzeug muß in Sichtweite vom Abfertigungshäuschen
stehen, da der Beamte es sehen will!
Es folgt noch
eine Zoll- und eine Personenkontrolle
Guides:
Oft wird man von Leuten
angesprochen, die einem weismachen wollen, wie gefährlich Marokko doch
ist und daß man ohne sie nicht zurechtkommen wird. Oft sprechen sie
sogar deutsch. Man kommt ganz gut ohne diese Leute klar.
Wenn man eine geführte Tour machen möchte, sollte man sich auf dem
Campingplatz oder an der Touri-Info nach einen offiziellen Führer
erkundigen. In Geschäfte wird man jedoch auch von den offiziellen
geführt.
Ein Besuch in einem Teppich-
oder Handwerksgeschäft muß keine schlechte Sache sein. Man bekommt die
Handwerkskunst erklärt und schöne Stücke vorgeführt. Außerdem sieht man
die schönen Häuser so auch einmal von innen.
Wenig durchsetzungskräftigen Leuten könnte das herauskommen aus diesen
Läden etwas schwer fallen, denn die Verkäufer sind perfekte small-talker
und ignorieren es gern mal, daß man eigentlich nichts kaufen möchte.
Ausreden wie „Ich habe kein Bargeld“ zählen nicht – schließlich kann man
auch mit Karte oder später auf dem Campingplatz bezahlen.
Besser man sagt, daß
man erst Mutti in Deutschland anrufen möchte und die nächsten Tage
wiederkommt.
Klima:
Man sollte sich
nicht zu sehr auf den Wetterbericht verlassen, denn das Klima ist
regional sehr unterschiedlich. Während in Marrakech 30° und Sonnenschein
herrschen, kann in den Bergen Schnee liegen
Navi/GPS:
Wegen der guten Beschilderung
ist ein Navi nicht unbedingt nötig. Es zeigt jedoch gebührenfreie
Strecken vor und man erkennt die Kreisverkehre in Frankreich und Spanien
schon rechtzeitig vorher auf dem Display, kann vom Gas gehen und braucht
nicht kurz vorher zu bremsen.
Auf marokkos
Straßen ist ein GPS definitiv nicht nötig, es wäre schon eher in den
verwinkelten Altstädten eine Hilfe. Navi Software für Marokko gibt es
meines Wissens nach nicht.
Polizei:
Es gibt sowohl in der Stadt,
alsauch auf Landstraßen viele Polizeikontrollen. Meist wird man
durchgewunken, manchmal werden ein paar Fragen gestellt oder das
Kennzeichen notiert.
Es gibt auch öfter Geschwindigkeitskontrollen oder Polizeiposten an
besonders interessanten Orten, wie Überholverbotszonen. Die
Standardstrafe für Verstöße beträgt ca. 40€.
Dieser
entgingen wir, da wir mit den Beamten konsequent nur Deutsch und
Englisch auf allerunterstem Niveau redeten. So wurden wir wohl lästig
und durften weiterfahren.
Schiffchen:
Die Linie Algeciras-Ceuta wird
täglich mehrfach bedient. Wenn man bei der Ankunft im Hafen bereits ein
Ticket hat, kann man sofort zu den Abfertigungsschaltern durchfahren und
kann sich in die Warteschlange einreihen. Reservierungen für eine
bestimmte Fähre gibt es nicht.
Von dem Kauf in Deutschland oder im Internet wird abgeraten. Nicht nur
weil die Preise erheblich höher sind als vor Ort, sondern weil es auch
schon Fälle gegeben haben soll, daß ein in Deutschland ausgestelltes
Ticket im Hafen nicht akzeptiert wurde.
Unter Campern hat sich dieses
Büro einen Namen gemacht:
www.viajesnormandie.net (mit Wegbeschreibung)
Auf den umliegenden
Supermarktparkplätzen ist ausreichend Platz zum Übernachten.
Ansonsten
gibt es an fast jedem Rasthof der Gegend kleine Ticketschalter.
Sicherheit:
Sicherheitsbedenken hatten wir
vor der Reise reichlich, fühlten uns jedoch die ganze Zeit sehr sicher.
Die üblichen Vorkehrungen gegen Diebstahl sind sicher sinnvoll.
In den Städten gibt es fast überall bewachte Parkplätze. Manchmal wird
nur ein Trinkgeld erwartet, manchmal gibt es eine Preisliste – dann
bekommt man im Regelfall eine Quittung.
Viele Touristen scheinen eine regelrechte Panik vor fliegenden Händlern,
Schleppern und werbenden Restaurant- und Ladenbesitzern zu haben. Auch
wenn es einige Nervensägen gibt, geben die meisten schnell auf, wenn man
nicht auf ihre Angebote eingeht.
Meist hilft einfaches weitergehen – die meisten Marokkaner scheinen es
ebenfalls so zu halten. Schon ein rätselhafter Gesichtsausdruck
verunsichert die meisten Schlepper. Manchmal ist eine Unterhaltung mit
ihnen auch ganz unterhaltsam, denn erst so erfährt man ihr ganzes, oft
wirklich umfangreiches, Angebotsspektrum.
Daß man sich
zu nichts Ungewolltem drängen läßt versteht sich von selbst.
Sprache:
Landessprache ist Arabisch.
Englisch und sogar Deutsch werden oft dort verstanden, wo Touristen
verkehren.
Französisch
ist Zweitsprache und fast jeder spricht es. Insbesondere im Norden ist
auch Spanisch sehr verbreitet.
Straßenzustand:
Selbst kleinere Orte in Marokko
haben im Regelfall Anschluß an das Netz der asphaltierten Straßen. Diese
sind meist in gutem Zustand und mit einem normalen PKW gut befahrbar.
Vorsicht ist dennoch geboten, denn Hinweisschilder auf Straßenschäden
stehen meist nur dort, wo sie eigentlich überflüssig sind. Die wirklich
gefährlichen Löcher treten unvermittelt auf und können leicht 10cm tief
sein und sich über die ganze Fahrbahn erstrecken.
Es ist
Sinnvoll, nicht zu schnell zu fahren.
Tanken:
Diesel ist wohl der am meisten
verbreitete Kraftstoff.
Super bleifrei (Supercarburant sans plomb) war zwar flächendeckend,
jedoch nicht an jeder Tankstelle erhältlich.
Ein Reservekanister ist von Vorteil.
In den spanischen Exklaven Ceuta und Melilla kann man sehr preiswerten
steuerfreien Kraftstoff tanken.
Auch auf dem
spanischen Festland sowie in Andorra waren die Kraftstoffe deutlich
preiswerter als in Frankreich und Marokko.
Autogas gibt es in Frankreich
oft. In Spanien und Marokko scheint es unbekannt zu sein.