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Reiseinformationen Syrien
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Die ersten Etappen sind fast schon Routine, wir
holpern durch Tschechien, umfahren die slowakische Autobahn, bringen
Ungarn hinter uns und werden südlich von Szeged durch die erste
Grenzkontrolle der Reise aufgehalten. Die Abfertigung geht schnell und
wir fahren noch einige Stunden durch die serbische Nacht. Erst als die
zahlreichen Baustellen im Norden des Landes und die schlafende
Hauptstadt Belgrad passiert sind, steuern wir einen Parkplatz an, um ein
paar Stunden zu schlafen. Am nächsten Tag geht es gemütlich durch die
schöne Landschaft Südserbiens, danach in wenigen Stunden durch
Bulgarien. Einzig die Stadtumfahrung Sofia ist völlig überlastet und
dadurch etwas anstrengend. Abends erreichen wir kurz nach Einbruch der
Dunkelheit die türkische Grenze. Von den vielen Spuren ist nur eine
geöffnet, an der wir nicht einmal warten müssen. In der Gegenrichtung
ist jedoch die Hölle los. Offensichtlich sind in Mitteleuropa bald die
Schulferien zu Ende.
Wenig später haben wir uns, wie schon im letzten
Jahr, am Ortseingang von Edirne neben der alten Brücke niedergelassen
und gönnen uns in der Stadt ein ordentliches Abendessen im Kebabhaus.
Weiter geht es am nächsten Morgen über die Autobahn
durchs flache Thrakien, hinter Istanbul wird die Landschaft bergig und
grün, später eintönig und bräunlich. Je weiter wir gen Osten kommen,
desto weniger PKW sind unterwegs. Dafür trifft man Lastwagen und Busse
gleich kolonnenweise. Bei den unverschämten Benzinpreisen ist das
eigentlich auch kein Wunder.
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Anatolien bleibt etwas eintönig, bis wir
Kappadokien erreichen. Die Gegend ist berühmt für den Tuffstein, der das
Landschaftsbild bestimmt. Dies ist keineswegs nur eine landschaftliche
Raffinesse. Von den Menschen wurden die Steine lange Zeit zum Wohnen
genutzt, wobei die Behausungen in den Stein hineingehämmert wurden.
Heutzutage dienen solche Räume allerdings eher dem Tourismus oder der
Einlagerung von Obst und Gemüse.
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Wir steuern Göreme an, das touristische Zentrum der
Gegend; oberhalb des Ortes finden wir einen Nachtplatz mit
atemberaubender Aussicht über das Tal. Am frühen Morgen schweben
unzählige Heißluftballons übers Land, wir beobachten das Schauspiel vom
Bett aus.
Der hübsche Ort ist zwar ein touristisches Zentrum,
doch keineswegs unangenehm. Man kann ungestört spazieren gehen und im
Zentrum existieren neben den Touristenrestaurants noch viele Teehäuser.
Ein schöner Ort, um nach der Kilometerfresserei der letzten Tage den
ruhigen Teil der Reise einzuläuten. Leider lähmt der Ramadan das
öffentliche Leben ziemlich.
Auch die Orte in der Umgebung sind größtenteils
angenehm und die Landschaft drumherum ein Genuss. Nur im Töpferdorf
Avanos hat man keine ruhige Minute vor den aufdringlichen Verkäufern.
Das kennen wir von der Türkei noch gar nicht. Wir fahren schnell weiter,
besuchen noch das Open Air Museum von Zelve und lassen den Tag gemütlich
am Wohnwagen ausklingen.
An unserem Nachtplatz bekommen wir schnell Besuch
von Mustafa, der auf der anderen Straßenseite ein Obstlager in
Tuffsteinhöhlen leitet und sich dazu noch sein Lemon House, ein kleines
Guesthouse inklusive Restaurant, in den Stein gehauen hat. Abends zeigt
er uns die Lagerräume, die auch jetzt, zur heißesten Zeit, kühl bleiben.
Danach kocht er uns ein hervorragendes Menü. Die ständig umherfahrende
Militärpolizei lässt auch nicht lang auf sich warten, macht jedoch
gleich wieder kehrt.
Von Kappadokien fahren wir auf direktem Weg zur
syrischen Grenze. Zuerst ist es ziemlich zäh, dann schlängelt sich die
Straße durch eine schöne, bergige Landschaft. Da uns kein schöner
Nachtplatz vor den Kühler kommt, fahren wir bis kurz vor die Grenze und
übernachten an einer Tankstelle. Die Tankwarte freuen sich sichtlich
über die Abwechslung, wir bekommen einen Platz in der Ecke zugewiesen,
die Laternen werden für uns eingeschaltet und es wird etwas zu trinken
spendiert. Angenehme Ruhe!
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Am Morgen sind wir schnell am chaotischen
Grenzposten bei Öncüpinar. Beim Zoll warte ich in einer Traube Männer
lang auf das Ausstempeln des Autos. Man riecht, dass die meisten von
ihnen den Ramadan ernster nehmen als das Waschen, immerhin geht alles
der Reihe nach. Es gibt irgendwelche Beanstandungen und ich werde ins
Gebäude geschickt, wo ich in einem Büro Platz nehmen soll und nicht
verstehe, was man von mir will. Dann geht es zum Schalter zurück, dann
zu einem Schreibtisch, der leider durch ein Gitter abgesperrt ist, ein
Türke nimmt mir den Pass aus der Hand und reicht ihn zusammen mit
seinem, laut rufend durch das Gitter. Daraufhin wird eine Tür im Gitter
geöffnet, ich folge der Masse und stehe in der nächsten Traube um einen
Schreibtisch herum. Der Grenzer, der dahinter sitzt, fragt mich nach dem
Carnet für das Auto, was in der Türkei jedoch gar nicht vorgeschrieben
ist. Am Ende geht es natürlich auch ohne. Vorsichtig rangiere ich durch
die wild durcheinander geparkten Autos, ein türkischer Familienkombi
versperrt die Straße. Doch das Problem ist schnell gelöst, denn der alte
Mann auf der Rückbank gibt zu verstehen, dass ich den Wagen einfach
selbst wegfahren soll.
Beim Überfahren der Grenzlinie hören wir zum ersten
Mal einen in Syrien oft gehörten Satz: „Welcome to Syria!“
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Wenige Momente später stehen wir auf dem syrischen
Zollhof und sind auf einiges gefasst. Wider Erwarten stürzen sich jedoch
keine Schlepper auf uns, bei der Passkontrolle werden wir vorgelassen
und nachdem ich dem netten Polizisten unsere Reiseroute erklärt habe,
sind wir schnell eingestempelt. Nun müssen wir noch das Auto ins Land
bekommen, der Einweiser – es gibt tatsächlich einen - weist den Weg zum
richtigen Büdchen. Der Zöllner schreibt etwas auf und schickt uns zur
Bank, dort erhalten wir für 145 $ zwei Geldbündel, das eine ist für den
Versicherungsagenten nebenan, das andere für den Zoll. Das Ganze ist
recht schnell erledigt, die Fahrzeugkontrolle verläuft auch nur sehr
oberflächlich. Das ist mir ganz recht, denn das in Syrien verbotene GPS
habe ich nicht sonderlich gut versteckt. Am Ausfahrtstor werden wir
jedoch nicht durchgelassen, denn es fehlt ein Stempel. Ich lasse das
Problem auf Arabisch aufschreiben und der Herr des Tores hält ein Auto
an, das mich mitnehmen soll. Der Fahrer sorgt sogar noch dafür, dass ich
ins richtige Büro gehe. Auf dem Rückweg hält gleich das erste Auto und
nimmt mich mit - kurz darauf sind wir schon mitten in Syrien. Der
Unterschied zum Nachbarland ist sofort nach dem Grenzübertritt spürbar.
Ortsbild und Flair sind vollkommen anders. Im ersten Städtchen gehen wir
erstmal etwas spazieren und werden gleich angesprochen – von einem
Ladenbesitzer, der einfach wissen möchte, wer wir sind.
In gemütlichem Tempo geht es weiter zum
Simeonskloster, das zu Ehren des Simeon, dem ersten christlichen
Säulenheiligen gebaut wurde. Er verbrachte hier mehr als 30 Jahre seines
Lebens auf einer Säule, von der noch heute ein Überrest zu sehen ist.
Für den Laien bietet die Klosteranlage einen herrlichen Ausblick. Nach
der Besichtigung kochen wir uns etwas zum Abendbrot und übernachten auf
dem Klosterhügel.
Vom Kloster ist es nur noch ein Katzensprung nach
Aleppo, wo wir uns auf einem Campingplatz außerhalb der Stadt
niederlassen. Später fahren wir mit dem Auto in die Stadt. Es ist
Feiertag und Ramadan – für das Leben in einer Stadt eine geradezu
tödliche Mischung. Die Straßen sind wie leergefegt, der große Basar ist
geschlossen. Dinge, wie Cafés und Parks, die eine Stadt nach unserem
Verständnis erst richtig lebenswert machen, fehlen leider fast
vollkommen, erst im armenischen Viertel werden wir fündig.
Dort gönnen wir uns ein Abendessen in einem der
Restaurants mit Dachterrasse.
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Auch wenn der Stadt die Gemütlichkeit fehlt, wollen
wir sie zumindest noch geschäftig sehen und bleiben noch einen Tag. Das
Auto bleibt auf dem Campingplatz, denn der Minibus vom Campingplatz in
die Stadt ist günstiger als ein Parkplatz für eine Stunde, auch Taxen
sind sehr preiswert. Bei den Taxifahrern stoßen wir auf ein bisher
ungekanntes Problem: Die meisten Fahrer kennen sich in der Stadt nicht
aus. Selbst als wir einem Fahrer den Wegweiser zum Ziel zeigen, fährt er
kreuz und quer weiter. Der einzige Taxifahrer, der Englisch spricht ist
auch gleichzeitig der Einzige, der einen überhöhten Preis fordert. Ohne
guten Stadtplan oder GPS ist das Ankommen am Ziel reine Glückssache.
Am Werktag pulsiert das Leben in der Stadt, als
erstes zieht es uns auf die Märkte, wo fleißig für das abendliche
Fastenbrechen eingekauft wird. Souvenirstände gibt es keine, stattdessen
bergeweise Hackfleisch, Gewürze und alles, was man noch für das tägliche
Leben benötigt.
Von Aleppo geht es weiter gen Osten, über flaches
Land und durch riesige bewässerte Felder. Das Autothermometer bleibt
bei 40,0°C stehen, wahrscheinlich kann es gar nicht mehr anzeigen, die
Motortemperatur ist jedoch glücklicherweise nur ein wenig höher als
sonst. In einer Kleinstadt kaufen wir ein, bekommen einen Discount weil
wir gleich mehrere Pakete Wasser einpacken, danach eine Wassermelone von
einem riesigen Berg geschenkt – normalerweise hätte sie umgerechnet etwa
30 Cent gekostet.
Mitten im Nichts stoßen wir auf den Assaad Stausee,
ein kleines Meer in der Wüste. Nachdem wir die schwerbewachte Staumauer
überfahren haben, fahren wir zur Qalaat Jaabar, einer aus Ziegeln
errichteten Burg, die sich auf einer Insel im Stausee befindet und über
einen Damm erreichbar ist.
Historisch ist die Burg etwas unergiebig, denn es
ist ungeklärt, welchem Zweck sie einmal dienen sollte. Abgesehen von den
Mauern ist auch nicht viel erhalten, im Grunde sieht sie aus der
Entfernung am schönsten aus. Wie auch immer, der Ort ist genial und wir
entscheiden uns, nahe der Burg zu übernachten. Vor dem Abendessen baden
wir noch gemeinsam mit einem türkisch-französischen Paar im See. Die
beiden haben sich vorgenommen, den Nahen Osten in nur wenigen Tagen zu
bereisen und als wir aus dem Wasser kommen, wartet schon das Taxi zum
nächsten Ziel.
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Den nächsten Vormittag verbringen wir noch lesend
und dösend vor der Burg, eine syrische Familie, die anscheinend genug
vom Ramadan hat, gesellt sich dazu, der Sohn kommt vorbei, um Zucker mit
Tee auf unserem Gaskocher zu kochen. Später steht die Sonne hoch, der
Schatten des Wohnwagens wird zu klein und wir machen uns lieber wieder
auf den Weg. Es geht nun am Euphrat entlang, eine eindrucksvolle
Strecke, denn während man in dem saftig grünen Gürtel fährt, der sich
beidseitig entlang des Flusses erstreckt, hat man gleichzeitig Aussicht
auf die Wüste, die abrupt an einer Felskante beginnt.
Durch viele kleine Dörfer fahren wir nach Halabiya,
einer Zwillingsburg direkt am Euphrat. Der Ruinenwächter kassiert das
Eintrittsgeld und heißt uns willkommen, wenn wir möchten, dürfen wir
auch gern über Nacht bleiben. Angesichts des schönen Platzes richten wir
uns an der Burgmauer mit Blick auf den Euphrat und den Wüstenrand ein.
So lässt es sich aushalten. In der Dämmerung kommt noch ein Polizist vom
Posten an der nahegelegenen Schwimmbrücke. Er betont, wir seien
willkommen und notiert sich Autokennzeichen und das Modell.
Am Morgen werden wir durch die Abfahrt eines
Reisebusses geweckt. Ob er bei seiner Ankunft leiser war oder ob wir zu
fest schliefen? Auf jeden Fall scheinen die meisten Reisegruppen
verdammt früh auf den Beinen zu sein.
Unser nächstes Ziel ist Deir-Ezzor, als Perle der
Wüste beschrieben, bunt und quirlig, aber ebenso dreckig. „Perle“ ist
schon etwas übertrieben. Hauptattraktion des Ortes ist eine Hängebrücke
über den Euphrat, die noch aus französischer Zeit stammt. Ansonsten kann
man durch die belebten Straßen schlendern. Fast in der gesamten
Innenstadt findet ein Markt statt, der die Straßenränder säumt.
Dazwischen Fußgänger, Pferdefuhrwerke, Lieferwagen, viele Taxis und an
diesem Tag auch ein Wohnwagengespann aus Deutschland.
Die Straße nach Palmyra führt mitten durch die
Wüste, erst durch eine Einöde, dann durch eindrucksvolle
Wüstenlandschaften. Als Fahrer ist die stupide Geradeausfahrt etwas
ermüdend. Tot ist die Wüste jedoch keineswegs, überall wachsen kleine
Dornenbüsche und zwischendurch sieht man mitten im Nichts Menschen oder
kleine Siedlungen. Am Abzweig zum Qasr Al-Heer Al Sharki fahren wir von
der Straße ab und landen in einem Wirrwarr aus Pisten. Nach ein paar
Kilometern fahren wir lieber zur Hauptstraße zurück und stoßen ein paar
hundert Meter weiter auf eine Asphaltstraße, die nur noch durch zwei
kurze geschotterte Passagen unterbrochen wird. Kurz darauf stehen wir
vor dem alten Lustschloss mitten in der Wüste. Mit dem imposanten
Eingangstor haben wir wieder einmal nach kürzester Zeit das Wesentliche
der Anlage gesehen. Wer nicht mindestens Hobbyarchäologe ist, könnte von
vielen Altertümern Syriens etwas enttäuscht sein. Wir richten uns an der
Schlossmauer für die Nacht ein, leider hat einer der Wohnwagenreifen,
seine Produktionsjahr war schon nicht mehr lesbar, den Pistenausflug
nicht überstanden – die Karkasse guckt raus. Ersatz ist schnell montiert
und wir genießen den Sonnenuntergang und Nacht in der Wüste.
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Palmyra ist einer der wenigen Orte in Syrien, der
von Touristenscharen besucht wird. Wir fahren hinauf zur Zitadelle und
stellen den Wohnwagen auf dem leeren Parkplatz ab - ein Logenplatz mit
Blick auf die Stadt und die historischen Bauten. Die meisten Besucher
fahren lieber ganz hinauf und parken kreuz und quer vor dem Eingang,
wodurch unser Platz sogar ruhig bleibt.
Nachdem wir durch den Baal Tempel und die
Kolonnadenstraße spaziert sind, besichtigen wir den Rest der Gegend
lieber mit dem Auto, denn das Thermometer zeigt wieder genau 40,0°C.
Während die Souvenirhändler in den antiken Anlagen
noch recht unaufdringlich waren, sitzen später im Traveller-Restaurant
am Tisch einer alleinreisenden Frau schon zwei einheimische Männer und
machen ihr mehr oder weniger schöne Augen. Stefanie passierte das einmal
in der Türkei, als ich gerade kurz abwesend war, der Störenfried wurde
sofort vom Kellner auf die Straße gesetzt. Hier haben die Umgangsformen
wohl schon etwas gelitten.
Das Fastenbrechen erweckt den Ort zum Leben, die
Straßen sind plötzlich gut gefüllt, insbesondere viele Frauen haben gute
Kleider an. Wir setzen uns in eine kleine Pinte und bekommen frisches
vom Grill.
Auf dem Weg nach Damaskus stoßen wir auf die Straße
nach Baghdad, nach einem schläfrigen Polizeiposten kommt das unter
Syrienfahrern legendäre Café Baghdad in Sicht, in kurzen Abständen noch
ein paar weitere. Der Name scheint sich gut zu verkaufen. Vor Damaskus
wird wie erwartet der Verkehr dicht. Entlang der Autobahn reihen sich
die Niederlassungen aller erdenklicher Automarken aneinander. Viele
Namen lesen wir zum ersten Mal. Bevor wir ins urbane Chaos eintauchen,
finden wir jedoch den Campingplatz, der in seiner ärmlichen
Nachbarschaft wie eine grüne Oase wirkt. Die Anfahrt führte durch eine
belebte Marktstraße – ein unterhaltsames Erlebnis, wenn man nicht an
seinen Außenspiegeln hängt. Außer uns ist nur eine englische Reisegruppe
auf dem Platz die auf einem LKW mit durchsichtiger Plane reist.
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Die Taxifahrt in die Innenstadt gestaltet sich auch
ohne das eigene Auto etwas kompliziert. Der erste Fahrer fährt ein
kleines Stück, meint dann, wir sollen bei einem Kollegen weiterfahren,
der jedoch keine Lust hat; ein Kleinbusfahrer hält an und bietet die
Fahrt für „Ten Dollar, Mister“ an. Am Ende fahren wir in einem kleinen
Taxi für umgerechnet 3$, ein Drittel davon ist bereits Trinkgeld.
Das Stadtzentrum gefällt uns auf Anhieb. Die Souks
empfinden wir wesentlich schöner als die vielgepriesenen Aleppiner. Hat
man genug vom arabischen, kann man ein paar hundert Meter weiter ins
christliche Viertel spazieren, wobei man sich jedoch schnell in den
vielen hübschen Gassen verläuft. Man erlebt auf dem Spaziergang
ziemliche Gegensätze, plötzlich überwiegen unverschleierte Frauen, man
kommt vorbei an armenischen Kirchen und an Läden, die überwiegend
Schnaps verkaufen. Hoffentlich bleibt es bei dieser Koexistenz.
Am Abend soll das Taxi plötzlich teurer sein, da
jedoch alle Fahrer exakt das Gleiche verlangen, zahlen wir - ist ja
auch verständlich, dass es nachts teurer ist, wenn die Fahrer für die
Rückfahrt kaum Fahrgäste finden.
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Morgens schallen aggressiv klingende Predigten von
den Minaretten, der Ramadan ist vorbei. In solchen Momenten weiß man die
deutschen Kirchen zu schätzen, die bimmeln wenigstens nur mal kurz. Wir
räumen unsere Sachen etwas auf und waschen, auch die Engländer sind den
ganzen Tag am Rotieren. Am längsten sind sie mit dem Kochen beschäftigt.
Ob sie den leckeren Falafel im Fladenbrot für 20 Cent, den es in der
Innenstadt an jeder Ecke gibt, überhaupt kennen?
Die Autobahn gen Norden steigt stark an,
windschiefe Bäume am Straßenrand zeugen davon, dass es hier kein
leichtes Leben ist. In vielen kleineren Orten sehen wir, dass sich das
Zuckerfest in einer Sache nicht von deutschen Feiertagen unterscheidet:
viele Leute wissen nichts mit sich anzufangen. Kinder rennen mit
Spielzeugwaffen durch die Gegend und zielen auf alles, was sich bewegt,
andere fahren mit Mopeds spazieren. Ein paar Kinder sehen wir sogar mit
Autos herumfahren. Keine sonderlich angenehme Stimmung. Auch an der
alten Kreuzritterburg Krak des Chevaliers ist die Hölle los. Jetzt ist
das Gewühle eine angenehme Abwechslung, denn bei den anderen
Sehenswürdigkeiten waren wir bisher fast die einzigen Besucher. Die Burg
ist ein imposantes und gut erhaltenes Bauwerk, von ihren Mauern aus kann
man bis in den Libanon blicken.
Auf dem Parkplatz vor der Burg ist
abends viel los,
als in unserer Nähe Feuer gemacht wird, der Rauch bei uns hereinzieht
und Böller gezündet werden, ziehen wir auf einen Parkplatz ohne Aussicht
um. Das war keine schlechte Entscheidung, denn am folgenden Morgen ist
der gesamte Parkplatz mit Reisebussen überfüllt.
Wir wollen nun über die Dörfer in Richtung Norden
fahren. Die Strecke ist hübsch und führt durch eine christlich geprägte
Gegend. Schmale Straßen machen die Fahrt jedoch etwas mühsam. In einer
Kurve achte ich kurz nicht aufs fehlende Bankett und der Anhänger
rutscht von der Teerkante ab. Sofort kommen einige Männer zur Hilfe. Sie
meinen, ich sollte doch einfach einen Stein vor das Rad legen und
ordentlich Gas geben, da jedoch der Stoßdämpfer auf dem Asphalt
aufsitzt, möchte ich den Wagen lieber mithilfe von Wagenheber und
einiger Steine wieder auf die Höhe der Straße bringen um dann vorsichtig
anzufahren. Das leuchtet den Männern ebenso ein. Schnell haben wir unter
dem Reifen genügend Steine aufgestapelt und ich ziehe den Wagen zurück
auf die Straße. Stefanie hält derweil die Männer davon ab, gegen Fenster
und Türen zu drücken. Der Wohnwagen ist nun mal aus Plastik und geht
schnell kaputt, wenn man ihn an der falschen Stelle zu hart anfasst.
Gemütlich geht es weiter durch die Berge, zum Glück
wird auch nach einiger Zeit die Straße breiter und wir erreichen die
Ruinenstadt Apamea. Dort stellen wir den Wohnwagen an der Stadtmauer mit
Blick auf einen Stausee ab und gehen in der riesigen Anlage spazieren,
es ist imposant die alte Kolonnadenstraße entlangzugehen und doch sind
es für den Laien im Endeffekt wieder nur Steine. Es sind einige Händler
auf dem Gelände unterwegs, die unser Nein akzeptieren, zwei Deutsche
haben allerdings Interesse gezeigt und haben nun keine ruhige Minute
mehr. Später besichtigen wir noch die Zitadelle von Apamea, die bis
heute bewohnt ist. Ihre Hänge sind lückenlos mit Müll bedeckt, oben
finden wir eine urige, aber etwas heruntergekommene Siedlung, anlässlich
des Zuckerfestes sind sogar kleine Fahrgeschäfte aufgebaut.
Abends bekommen wir am Wohnwagen Besuch von einer
Gruppe Jugendlicher mit ihren Mopeds. Sie wollten nur mal sehen, wer wir
sind uns sich mit uns fotografieren. Als wir gerade schlafengehen
wollen, höre ich draußen Geräusche und treffe beim Nachsehen auf die
Ruinenwächter. Die beiden wollen, dass wir einen anderen Platz zum
Übernachten anfahren, es wird nicht ganz klar, ob es verboten ist, oder
ob sie einen Platz in der Ruinenstadt für sicherer und ruhiger halten.
Wir haben jedenfalls keine Lust, im Stockfinsteren den Anhänger
anzukuppeln und ein anderes ebenes Plätzchen zu suchen. Am Ende dürfen
wir doch bleiben.
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Von der Mittelmeerküste trennt uns noch eine grüne
Bergkette, die wir auf einer kurvigen Straße überfahren. In Lattakia
suchen wir die herrlichen Strände nördlich der Stadt, von denen der
Reiseführer spricht und stoßen erst auf Hotelkomplexe und danach auf
jede Menge Müll, zwischen dem Leute in der Sonne sitzen oder baden. Wir
gehen in die Stadt, die zwar nichts Spektakuläres zu bieten hat, aber
ein idealer Ort ist, um sich etwas treiben zu lassen. Nicht so
konservativ wie Aleppo, nicht so voll wie Damaskus. Am Abend beschließen
wir in einem sündhaft teuren Fischrestaurant, am nächsten Tag wieder in
die Türkei zu fahren.
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Der Grenzübergang liegt zwischen grünen Bergen. Zum
ersten Mal auf dieser Reise regnet es. Die Zollabfertigung ist
unkompliziert, ich muss noch etwas Geld tauschen, um Formulare zu
kaufen, die die Beamten dann für mich ausfüllen, was die arabischen
Reisenden selbst machen müssen. Das Problem wartet am türkischen Zoll,
wo es wieder einmal Probleme mit der Fahrzeugregistrierung gibt. Nachdem
für eine halbe Stunde der Strom ausgefallen war, scheint immer noch
keine Lösung gefunden. Der Zöllner schimpft vor sich hin und schlägt mit
der Faust auf meine Papiere. Da dies keine Lösung bringt, legt er sie
einfach beiseite. Auf meine Frage, wann ich denn nun weiterfahren kann,
bekomme ich nur „Wait!“ als Antwort, außerdem soll ich mein Auto
woanders abstellen. Ich entgegne, dass ich gern ganz wegfahre, wenn
endlich mein Pass gestempelt wird. Nach insgesamt drei Stunden beschwere
ich mich im Grenzgebäude. Nachdem ich mich wieder nicht mit der Antwort
„Please wait“ zufrieden gegeben habe, kommen gleich vier Leute mit mir
mit und wir gehen gemeinsam in die kleine Abfertigungsbude. Draußen geht
es noch enger zu als drinnen, denn vor der Scheibe drängen sich viele
Wartende um die kleine Durchreiche für die Papiere, was von drinnen ein
bizarres Bild abgibt. Nun erfahren wir das Problem: Bei der Ausreise
wurde der Anhänger nicht aus dem Computer gelöscht, nun ist die
Eintragung der Einfuhr nicht ohne weiteres möglich. Wir bekommen nun im
Bürogebäude einen Sitzplatz angeboten und zwei Frauen stellen Gebäck und
Getränke hin, eine Viertelstunde später kommt einer der Zöllner mit
meinen Papieren zu uns und wünscht gute Reise. Vielen Dank!
Sofort sind wir zurück in der türkischen Welt, in
der uns die hübsche Stadt Hatay nach dem Syrienausflug besonders modern
und sauber vorkommt. Später fahren wir auf die Autobahn Richtung Mersin.
Kurz vor der Stadt finden wir einen netten Platz am Wasser. Am Strand
haben sich einige Leute in Hütten eingerichtet. Wahrscheinlich arbeiten
sie auf einer der vielen Plantagen. Ein älterer Mann, der sich einen
regelrechten kleinen Hüttenhof gebaut hat, ist über unseren Besuch ganz
aus dem Häuschen und bietet uns seine Toilette und ein paar Sitzmöbel
an.
Mersin gefällt uns gleich. Wir lassen uns über
die lange Promenade und durch die vielen Geschäftsstraßen der Innenstadt
treiben. Da nun keiner mehr fastet, sind die zahlreichen Imbisse, Cafés
und Restaurants geöffnet.
Weiter geht es an der felsigen Küste entlang, viele
Dörfer sind in Lücken in den Felsen gebaut. Die meiste Zeit fahren wir
noch auf der schmalen und kurvigen alten Straße, Teile der neuen
Schnellstraße sind jedoch schon fertig. Tourismus sucht man in dieser
Gegend vergeblich, stattdessen prägen Plantagen und Gewächshäuser das
Bild. Viele Erzeugnisse von hier werden in Kappadokien eingelagert und
warten in den Tuffsteinen auf den Verkauf.
In Anamur erreichen wir den südlichsten Punkt
Anatoliens. Am nördlichen Pendant, das wir im vergangenen Jahr besucht
hatten, steht ein Leuchtturm, hier gibt es das Anemurion, eine
Ruinenstätte, zu sehen.
Übernachtungsplätze zu finden, stellt in der Gegend
absolut kein Problem dar. Wenn sich die Straße nicht gerade zwischen
Felsen windet, gibt es fast überall Plätze, mit etwas Glück sogar sehr
schöne. Auch in Gaziapasa stehen wir wieder direkt am Wasser. Der
Nachteil an den schönsten Plätzen ist, dass sie auch bei Nachtschwärmern
beliebt sind – es kann passieren, dass man von Musikanlagen wachgehalten
wird. Doch auch die Freunde der Parkplatzdisco gehen früher oder später
schlafen.
In dem Ort leben viele Deutsche, was jedoch nicht
zum Nachteil des türkischen Lebens zu sein scheint. Anders sieht das in
Alanya und Antalya aus, die wir auf der nächsten Etappe hinter uns
bringen müssen. Es ist, als würde man kurzzeitig die Türkei verlassen,
denn plötzlich ändert sich das Ortsbild schlagartig. Statt verträumter
Städtchen reiht sich entlang der Straße Hotel an Hotel. Zwischen den
Anlagen und dem Strand läuft die vier bis sechsspurige Hauptstraße. Die
Durchfahrt ist ganz schön anstrengend und hinter Antalya wird es zum
Glück schnell wieder ruhiger. Für die Nacht schlagen wir den kurvigen
Weg nach Cirali ein und schlafen auf einem Parkplatz am Strand. In dem
Dorf gibt es zwar auch mehr Pensionen und Restaurants als Wohnhäuser,
doch handelt es sich dabei überwiegend um Familienunternehmen. Schade
nur, dass das Essen auch hier etwas an den europäischen Geschmack
angepasst ist. Der Ort war eine gute Wahl, wir machen eine kleine
nächtliche Wanderung nach Chimaera, wo Gas aus dem Felsen austritt und
wie in vielen Lagerfeuern abbrennt. In Laufweite liegt auch das antike
Olympos. Die Anlage liegt direkt zwischen dem Strand und einem
Backpackerdorf. Ein Publikum, wie man es von Südseeinseln kennt.
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Die Fahrt an der Küste entlang ist nun wieder
gemütlich, in Kas suchen wir vergeblich nach einem schönen Stellplatz
und baden einfach nur. Derweil regt sich ein alter Mann mit Tennissocken
und Anglerhut über unsere Kennzeichen auf, es sind Duplikate ohne
Plaketten. Leider sind wir gerade im Wasser während er eifrig an unsere
Tür klopft. Einige Kurven später sind wir in Kalkan, einem Ort mit Chic
und sehr vielen Engländern. Ein Stück Brachland am Hafen mit Blick über
den Ort ist ein idealer Stellplatz, im Ort steht vor jedem Geschäft ein
Anquatscher, manche von ihnen kommen sogar ans Auto. Die meisten der
Besucher werden wohl denken, dies sei in der Türkei normal. Immerhin
sind die meisten Geschäfte und Restaurants auf Edles spezialisiert.
Am Morgen kommt die Militärpolizei vorbei und
fotografiert uns beim Frühstück, wenig später kommt ein Mann mit Moped,
der sich immer dann mit seinem Handy beschäftigt, wenn wir zu ihm
herüberschauen, als wir wegfahren, nimmt er zufällig den gleichen Weg.
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Die nächsten Tage verbringen wir auf der Datca
Halbinsel. In den ersten Orten trifft man noch auf einige Jeep Safaris,
dann ist man ziemlich allein auf der kurvigen Straße. Es geht durch
herrliche Landschaft, nahe Datca-Stadt stellen wir uns an den Strand.
Die Stadt ist zu dieser Zeit sehr ruhig. Direkt nebenan hat man eine
Muster-Altstadt mit traditionellen Häusern und Souvenirshops errichtet.
Mit Lust auf etwas Stadtluft fahren wir weiter nach
Mugla, wo wir uns gleich wohlfühlen. Es ist eine Universitätsstadt, die
unzähligen Cafés sind voller junger Leute, mittendrin findet man eine
Altstadt mit engen Straßen und rumpeligen kleinen Läden. Abends
entschließen wir uns leider zur Weiterfahrt und wollen uns nach Einbruch
der Dunkelheit an einer Nebenstraße die Nacht verbringen. Ein
Mopedfahrer fährt mehrfach vorbei und mustert uns, das ist eigentlich
nichts ungewöhnliches, doch es werden immer mehr, die sich nicht weit
von uns schließlich sammeln. Die Situation wirkt zwar nicht gefährlich,
doch fahren wir dennoch lieber weiter als Böller gezündet werden. Mit
uns fahren auch die Mopedfahrer weiter. In der Dunkelheit ist die
Nachtplatzsuche immer etwas schwierig, also fahren wir kurzerhand bis
zur Autobahn und übernachten auf einem Rasthof. Die türkischen Rasthöfe
sind zwar wirklich nicht schlecht, doch wäre sicher ein Parkplatz in
Mugla die bessere Wahl gewesen.
Am nächsten Morgen versuchen wir an der großen
Mautstation bei Izmir unsere Mautkarte loszuwerden, die wir an der
Bosporusbrücke mit viel zu viel Guthaben bestücken mussten. Schon vorher
hatten wir es bei Banken und Mautbüros versucht und wurden von einem zum
anderen und wieder zurück geschickt. Hier wird auch schnell klar, dass
es keine Auszahlung geben wird, doch die Männer haben eine andere Lösung
parat: Sie fragen herum, wer eine Karte für 3-Achser benötigt, ein
Lastwagenfahrer zeigt Interesse und holt ein Päckchen Euroscheine aus
dem Portemonnaie. Wir einigen uns auf 25€ - damit ist die Karte mit
wenig Verlust verkauft, wir fahren weiter, ehe er es sich anders
überlegt. Für die restliche Fahrt durch die Türkei wird keine Maut
fällig. Kurz bevor wir auf die Zitadelle von Pergamon herauffahren,
kuppeln wir den Anhänger ab, wobei wir Besuch von einem Esel bekommen.
Es ist auffällig, dass die Esel im Nahen Osten wesentlich gepflegter
sind als in Nordafrika. Ein leichtes Leben haben sie sicher dennoch
nicht.
Pergamon besichtigen wir zusammen mit Scharen von
Kreuzfahrern. Die Anlage ist imposant und bietet – wie sollte es auch
anders sein – wieder einen herrlichen Ausblick. Die Andenkenverkäufer
scheinen ihren Beruf zu beherrschen, erkennen mein Desinteresse und
konzentrieren sich auf die Rentner. Als wir wieder beim Auto sind, muss
ich mich sehr beherrschen, nicht ausfallend zu werden: in der
Zwischenzeit hat es jemand mit wenig Wasser und viel Kraft gewaschen,
die Wischbewegungen verzieren nun den Lack der Motorhaube. Der Wäscher
versteht natürlich die Welt nicht mehr, doch soll ich ihn für die
Kratzer noch belohnen? Sicher nicht.
Der Ort Bergama, der sich unterhalb der
Ruinenstätte befindet, ist ganz angenehm, die Besuchermassen durchfahren
den Ort, und wäre nicht der nicht abreißende Stau auf der Hauptstraße,
wäre es eine ganz normale türkische Kleinstadt.
Auch am Mittelmeer liegt der Sommer deutlich in den
letzten Zügen. Beim Spaziergang durch Canakkale geht es nicht mehr ohne
Pullover. Dafür bekommen wir wider Erwarten keine hässliche Hafenstadt
zu sehen, sondern ein hübsches und gepflegtes Städtchen mit
Uferpromenade und Blick auf die Dardanellen – eine sowohl
geschichtsträchtige als auch landschaftlich schöne Meerenge. Nach dem
Abendessen setzen wir nach Europa über und übernachten an einer
Tankstelle. Am Morgen stellt sich heraus, dass wir quasi direkt am Ufer
gestanden haben, eindeutig die schönste Tankstelle der Reise. Nach dem
Einkaufen fahren wir direkt zur Grenze. Auf türkischer Seite geht alles
ganz zügig, über die schwerbewachte Grenzbrücke fahren wir nach
Griechenland, wo uns gleich zwei eifrige Zollbeamte empfangen. Einer
versucht erfolglos die Rückbank umzuklappen, während der andere in den
Pässen blättert. „Aus Syrien? Parken Sie da hinten, ich will etwas
nachsehen, ich behalte Ihren Reisepass!“ Wenig später kommt er mit
Werkzeug zum Parkplatz und setzt am Wohnwagen die Nietenzange an.
„Vertrauen Sie mir, ich mache diese Arbeit schon lang!“ Es ist nicht
einfach ihm klarzumachen, dass er gerade versucht eine Schraube
herauszureißen und sich unter der Bodenplatte auch kein Hohlraum,
sondern direkt die Straße befindet. Immerhin begründet er den Zirkus
noch: Viele Syrienreisende schmuggeln Drogen und Drogenhunde sind
eigentlich nur Spaß, weil sie viel zu unzuverlässig sind.
Die griechische Autobahn ist glatt und leer. Die
Orte auf dem Weg wirken ebenso ausgestorben, Geschäfte sind geschlossen,
dafür herrscht in den Cafés Hochbetrieb. Auf der Autobahn sehen wir noch
eine kilometerlange Schlange streikender Lastwagenfahrer. Clichés werden
wahr. Die Nacht verbringen wir in einem kleinen Ort am Wasser, der schon
mit dem Winterschlaf begonnen hat. Am nächsten Morgen ringen wir uns
frierend zu einem letzten Bad im Mittelmeer durch, wir werden es
vermissen.
Es geht gen Norden und damit gen
Heimat. Am Nachmittag sehen wir uns noch Skopje an. Bisher waren wir
immer um die Stadt herumgefahren, doch ein Besuch lohnt sich sehr. Die
schöne Altstadt versprüht orientalisches Flair, während sich in der
Neustadt zwischen den Betonbauten moderne Flaniermeilen entwickelt
haben.
Unser Parkplatz in Skopje ist
leider etwas zu laut für die Nacht, also fahren wir einfach noch etwas
und übernachten kurz nach der serbischen Grenze nahe der Autobahn. Die
Nacht wird kalt und am Morgen entschließen wir uns frierend, bis nach
Hause durchzufahren. Wir kommen zügig voran, an der ungarischen Grenze
sorgt ein lustiges Team mit EU-Armbinden für gute Unterhaltung, nach 15
Stunden Fahrt sind wir wieder in Dresden.
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Autoput in Mazedonien |
Autoput in Serbien |
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